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Neuronale Netze und Künstliche Intelligenz

    Spitzer, Manfred Geist im Netz Spektrum Verlag 2000 (1996); 19,90 DM
    Spitzer stellt den aktuellen Forschungsstand der Neurophysiologie in allgemeinverständlicher Form vor mit besonderer Berücksichtigung Neuronaler Netze. Kein Buch über KI, sondern Darstellung der verschiedenen Komplexitätsebenen des Gehirns und dessen Funktionsweise. Themen u.a. Lernen, Karten im Kortex, Zwischenschichten, Plastizität, Rückkopplung, semantische Netze, Speicher, Kranke, Gedanken und Eindrücke.
    Eine umfangreiche Bibliographie rundet das Buch ab, welches einen soliden Eindruck macht.

    weitere Verweise auf einige wichtige NN und KI-Bücher:

    Ein historischer Ausgangspunkt der Neuronalen Netz-Forschung ist das Buch von
    McCulloch, WS; Pitts, W A logical calculus of the ideas immanent in nervous activity Bull Math
    Biophys 5:115-133, 1943
    in dem die Autoren Nervenzellen als logische Elemente interpretieren.

    Ein weiterer Meilenstein ist von
    Hebb, D Organisation of behavior New York: Wiley, 1949
    wo er als Psychologe wichtige Annahmen zu neurologischn Vorgaengen beim Lernen trifft und die inzwischen so benannte Hebbsche Lernregel formuliert.

    Darauf aubauend
    Rosenblatt, F The Perceptron Psych Rev 65:386-408, 1958
    als erstes Neuronales Netz, was einfache Lernaufgaben bewältigen konnte. Die Euphorie bremste sich, mit dem
    Buch

    Minsky, M; Papert, S Perceptrons Cambridge Massachusets: MIT-Press 1969
    in dem die Autoren die Grenzen des Perzeptrons mathematisch bewiesen. Die KI-Forschung ging, nicht zuletzt am MIT, dem Massachusets Institute of Technologie in Richtung Expertensysteme, dem zweiten großen Paradigma der KI-Forschung bis heute. Hier sind bekannt Autoren wie Marvin Minsky, Seymour Papert, Hans Moravec, Arthur Samuel, John McCarthy, aber auch Kritiker wie Joseph Weizenbaum und John R. Searle kommen aus den Vereinigten Staaten und haben mit ihren Veröffentlichungen die Phantasien und Mythen weltweit beeinflußt. Eine gute Zusammenfassung dieser Diskussionen bietet

    Dreyfus, H What Computers Can't Do New York 1972 (dt. Die Grenzen künstlicher Intelligenz
    Frankfurt a.M. 1985),
    das neben
    Weizenbaum, J Computer Power and Human Reason San Francisco 1976 (dt. Die Macht der
    Computer und die Ohnmacht der Vernunft
    Frankfurt a.M. 1979),
    dessen Autor wir auch das berühmte KI-Programm ELIZA verdanken, ein Standardwerk für Kritiker der KI-Bewegung ist.

    Die Neuronalen Netze wurden durch spektakuläre Erfolge der aufkeimenden KI mir ihren Expertensystemen in den Hintergrund gedrängt,
    die Forschung ging aber weiter, z.B. mit
    Hopfield, JJ Neural Networks and Physical Systems with Emergent Collective Computational Abilities
    PNAS USA 79:2554-2558
    der eine Ähnlichkeit zwischen einer Klasse von Netzwerkmodellen mit Methoden der theoretischen Festkörperphysik zeigte.

    Einen entscheidenden Schritt, der den heutigen Boom im wesentlichen Mitbegrüdet war das Werk von
    Rumelhart, DE; McClelland, JL Parallel Distributed Processing Cambridge Massachusets:
    MIT-Press 1984
    in dem der Backpropagation-Algorithmus (wieder-)entdeckt und vorgestellt wurde, der die Einschränkungen des Perzeptrons aufzuheben imstande war.

    Aufgrund hoher Forschungsaktivitäten gründeten Neurologen, Informatiker, Psychologen, Philosophen, Linguisten und Anthropologen die sog. Kognitionswissenschaften, didaktisch hervorragend aufgearbeitet in
    Gardner, Howard The Mind's New Science New York: Basic Books 1985 (dt. Dem Denken auf der Spur, Stuttgart 1989)

    Wieder versöhnt durch den Aufwind des neuronalen Paradigmas erschien das Buch von
    Minsky, M The Society of Mind New York: Siemon&Schuster 1985, 1986 (dt. Mentopolis, Stuttgart
    1990)
    wo der Autor ein Modell für das menschliche Denken vorstellte, das auf einfachen Agenten beruht, aus denen sich durch Vernetzung der Geist zusammensetzt.

    Bei
    Ritter, H; Martinetz, Th; Schulten, K Neuronale Netze Addison-Wesley (Deutschland) 1990
    findet sich eine grundlegende Einführung in die mathematischen Modelle, vom Perzeptron bis zu selbstorganisierenden sensorischen Kohonen-Karten. Dieses Buch richtet sich aber an ein Spezialpublikum, eben theoretische Informatiker oder Mathematiker.

    s.a. die Bookmarks zum Thema.

Petri-Netze

Rhizome und Bäume

Wissensrepräsentation

 

aktualisiert: 06.07.2000