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Humboldt Universität zu Berlin Philosophische Fakultät III, Kulturwissenschaft Kulturwissenschaftliches Seminar/ Sommer 2000 Seminar: Netze Dozent: Jochen Koubek Referat von Daniel Fröhlich Immatrikulationsnummer: 138364 zum Thema:
Das Internet als unbewußter Versuch das menschliche Unterbewußtsein zu simulieren
Inhaltsverzeichnis Einleitung 1. Das Internet als Gedächtnis 2. Modelle des kollektiven Unterbewußten 2.1. Morphogenetische Felder 2.2. Das kollektive Unbewußte von C.G. Jung 3. Der Kontakt zur Nichtexistenz in den Kulturen 3.1. Die Welten der Stämme 3.2. Die Welt der Hochreligionen 3.3. Die moderne Welt 4. Das Trauma und seine Verarbeitung 4.1. Das Trauma der technischen Welt 4.2. Virtuelle Welten und Computerspiele als Ausdruck des Traumas der Endlichkeit 5. Das Internet als simuliertes Unterbewußtsein 6. Skizze 7. Literatur
Einleitung Es gibt viele Interpretationen, was das Internet eigentlich ist: ein Kommunikationsnetz, ein riesiger Datenspeicher, den man als Enzyklopädie nutzen kann, eine Simulation des Gehirns oder des Bewußtseins. Sicherlich stimmt alles in einem gewissen Rahmen, wenn auch die Funktionsweise des Internets bestimmte Interpretationen ausschließt bzw. einige angestrebte Funktionen (noch) nicht möglich sind. Der erste Teil des Referats versucht die Problematik zu beleuchten, die hinter der Vorstellung steht, das Internet sei wie ein riesiger Gedächtnisspeicher zu benutzen. Damit verbunden ist die Idee, das Netz würde eine Simulation des Gehirns darstellen und wie ein solches funktionieren. Es wird der Versuch unternommen zu beleuchten, warum diese Vorstellung nicht besonders treffend ist. Im zweiten Teil unternimmt das Referat den Versuch, das Internet als symbolischen Ausdruck eines angenommenen oder vermuteten kollektiven Unterbewußtseins der Menschheit darzustellen. Dabei ist die im ersten Teil beschriebene Problematik ein gutes Beispiel für den symbolischen Charakter, den Technik spielt. Idee und (un)bewußte Umsetzung können Ausdruck einer Verarbeitung von Traumata sein, deren Herkunft erst einmal verborgen bleibt, und deren Realisation weit hinter dem dahinterstehenden Gedanken oder dem Problem, das symbolisch ausgedrückt wird, zurückbleibt. Es ist wie mit der Sprache. Die Sprache ist ein Instrument, mit der man Gedanken ausdrückt, deren Komplexität um ein Vielfaches höher ist als man sprachlich die Möglichkeit hat diesen Gedanken auszusprechen. Mit kollektivem Unterbewußtsein ist ein nicht wahrnehmbares, für alle Mitglieder einer Spezies vorhandenes Feld oder eine existente Wesenheit gemeint. Modelle für diese Art von Unterbewußtsein sind zum Beispiel die morphogenetischen Felder die Rupert Sheldrake beschrieben hat oder auch das Modell von C.G. Jung vom kollektiven Unbewußten. Auch die Arbeiten von Stanislaw Grof und John C. Lilly lassen auf das Vorhandensein eines unsichtbaren Bereichs der Natur schließen, der mit unseren reflektorischen Sinnesorganen nicht wahrzunehmen ist, jedoch intuitiv erfaßt werden kann und sichtbare Auswirkungen zeigt. Es gibt in diesem Referat keine Definition dieses Unterbewußten im Sinne von: "So ist es!", sondern es wird versucht, über die Funktionen des Internets an die dahinterstehende Symbolik zu gelangen, und das Internet und auch den Computer als Versuch zu verstehen, das Trauma der Sterblichkeit zu bearbeiten und zu integrieren. Die spezielle Art der Verarbeitung des Traumas der Vergänglichkeit, durch Technik, ist eine der abendländischen Kultur vorbehaltende Kulturtechnik, die sich aus der Geschichte dieser Kultur ergibt. Hier werden kurz die Begriffe morphogenetisches Feld und kollektives Unterbewußtes erklärt, um Beispiele für denkbare Modelle für ein unsichtbares Bewußtsein aufzuzeigen. Danach wird der Mechanismus der Integration von Traumen auf Menschen oder Menschengruppen erklärt und der Bezug zur Geschichte der abendländischen Kultur hergestellt. Wie das Internet nun als Symbol funktioniert, ist der letzte Punkt, der in diesem Referat beleuchtet (behauptet) wird.
1. Das Internet als Gedächtnis Die Idee, das Internet sei ein externes Gedächtnis, kam sicher jedem schon, der sich in dieser virtuellen Welt bewegt hat. Wie in einem Lexikon lässt sich zu jedem Begriff und jedem Problem etwas im Internet finden. Das Wissen der Menschheit scheint darin gespeichert und das jederzeit abrufbar zu sein scheint. Gleichzeitig hat man durch das Netz und seine technischen Gegebenheiten die Möglichkeit Modifikationen des Wissens und neue Erkenntnisse sofort diesem elektronischen Datenspeicher der menschlichen Spezies zur Verfügung zu stellen, und ihn zu updaten. Leider funktioniert es nicht auf diese Weise. Das Internet ist eine Ansammlung von Daten, in dem jedoch keine Auswertung dieser Daten passiert. Es werden immer mehr Daten, deren Selektion von Menschen vorgenommen werden muss. Suchmaschinen sind ein Versuch, den Zugriff auf bestimmte Informationen zu beschleunigen, bzw. die Informationen innerhalb der riesigen Datenmengen überhaupt zu finden. Das Internet selber kann zwischen relevanten und nicht relevanten Daten nicht unterscheiden. Wesentliches und Unwesentliches stehen im Computernetz nebeneinander. Das menschliche Gehirn funktioniert anders. Hier werden die Informationen ständig neu verknüpft und verdichtet. Das Gehirn hat immer die selbe Speicherkapazität und der Lernprozess hat kein Limit (bis jetzt ist jedenfalls keines in Sicht). Freuds Wachstafelmodell des Gedächtnisses ist eine vereinfachte Beschreibung dieser Funktionsweise. Eindrücke in einer Wachstafel bleiben, nachdem man sie durch Verstreichen der obersten Wachsschicht gelöscht hat, weiterhin in einer tieferen Ebene der Tafel bestehen. Zeichnet man etwas neues auf das Wachs, löscht dieses wiederum und zeichnet wieder etwas Neues, löscht wieder usw. , so entsteht durch Verdichtung eine ständig veränderte Wachstafel, in der alle Zeichnungen von der ersten an gespeichert sind, obwohl vielleicht nur die obersten Zeichnungen sichtbar sind. Die Gesamtheit der Wachstafel besteht aus der Gesamtheit der in sie eingeritzten Zeichen. Diese Gesamtheit festgeschriebener Informationen besitzt eine bestimmte Qualität, die die Summe des sich aus der Stärke des Druckes, mit der eine Information eingeritzt wurde, und der Anzahl der Zeichnungen darstellt. Das ist in Freuds Beschreibung die Psyche des Menschen und seiner sich daraus ergebenen Eigenheiten bzw. seiner Persönlichkeit. Der Computer ist nicht in der Lage Informationen zu verdichten (Hartmut Winkler; "Docuverse": Zur Medientheorie der Computer, München, 1997) Das ist der Unterschied zwischen dem biologischen, lebenden "Biocomputer" Gehirn und dem elektronischen Rechner.
2. Modelle des kollektiven Unterbewußten 2.1. Morphogenetische Felder Der Biologe Rupert Shelldrake hat die Theorie der morphogenetischen Felder entwickelt. Anhand des Konzeptes vom "Gedächtnis der Natur" lassen sich einige offene wissenschaftliche Fragen klären. Morphogenetische Felder bilden danach eine Informationsbibliothek, die unabhängig von einzelnen Individuen Geschehen und Entdeckungen speichert, und sie allen Mitgliedern der Spezies zugänglich macht. "Sheldrakes Ketzerei besteht in der These, es gebe in der Natur nicht-lokale Felder - so etwas ähnliches wie Reichs verbotene Orgonfelder oder die nicht-lokalen Felder in der modernen Physik. Sheldrake nennt sie 'morphogenetische Felder' und behauptet, sie erlaubten bestimmte Arten von Informationsübertragungen zwischen Organismen, die einander ähnlich sind. Auf diese Weise kann, sagen wir, eine australische Ratte 'wissen', was vor ihr eine Ratte in Massachussetts erlernt hat, und zwar nicht aufgrund eines materiellen Transfers, sondern durch 'morphische Resonanz'. Auf diese These kam Sheldrake zum Teil durch seine berühmte Anordnung von Experimenten in der Tierpsychologie, die offenbar tatsächlich zu solchen Ergebnissen führten. Einzelheiten sind in seinem Werk "Das schöpferische Universum" nachzulesen. Schon in den zwanziger Jahren hatte William McDougall von der Harvard University einen Langzeittest durchgeführt, um herauszufinden, in welchem Maß die Intelligenz bei Ratten erblich sei. Er maß die Intelligenz im Hinblick auf die Fähigkeit, Wasserlabyrinthe zu durchqueren. Kluge Ratten, die die Aufgabe schnell bewältigt hatten, wurden mit anderen klugen Ratten gekreuzt; die Spätzünder dagegen ausschließlich mit Artgenossen, die ebenfalls etwas schwerer von Begriff waren. Zweiundzwanzig Generationen später waren nicht nur die klugen Ratten immer schlauer geworden, sondern alle Ratten stellten sich proportional gesehen geschickter beim Bewältigen der Aufgabe an als vorher. Selbst die Nachkommen der Spätzünder waren schon zehnmal schneller als ihre Vorfahren. Hierfür gibt es in der orthodoxen Genetik keinerlei Erklärung. McDougalls Experimente wurden später in Schottland und Australien wiederholt; die Ergebnisse waren überwältigend. Mittlerweile löste schon die erste Generation von Ratten die Aufgaben schneller als McDougalls letzte Generation von 'klugen Ratten'. Immerhin: Sofern man McDougall und andere nicht als verrückte oder ausgesprochen unfähige Wissenschaftler abtun will, scheint dies mit der nicht-lokalen Feldtheorie von Sheldrake vereinbar zu sein." ( aus: Robert Anton Wilson. Die neue Inquisition. F.a.M.1992 ) Völlig unabhängig vom Genpool funktioniert das also auch interkontinental, denn englische Ratten fanden den Ausgang eines Labyrinths, dessen Form schon häufig von amerikanischen Ratten überwunden wurde, schneller, als bei nicht getesteten Versionen. Es scheint, als stünden die gelernten Techniken eines Teils einer Spezies der gesamten Spezies, unabhängig von der Örtlichkeit, zur Verfügung. Nach dieser Theorie besteht die Möglichkeit eines gattungs- oder artspezifischen Feldes, welches man auch als Unterbewußtsein der Gattung, Art oder Spezies bezeichnen kann.
2.2. Das kollektive Unbewußte von C.G. Jung Ein anderes Modell für ein unsichtbares Feld, das allen Individuen einer Spezies zur Verfügung steht, oder ein Teil von ihr darstellt, ist das kollektive Unbewußte, welches Carl Gustav Jung formuliert hat. Danach bezeichnet das kollektive Unbewußte eine Form des unbewußten Erlebens, das nicht durch Erfahrung entstanden, sondern vererbt und angeblich allen Menschen gemeinsam ist. Im Unterschied dazu existiert das persönliche Unbewußte. Die Inhalte des kollektiven Unbewußten sind die Archetypen (Urbilder), die das Verhalten und Erleben der Menschen beeinflussen. (Beispielsweise der Mann als Krieger, König, Magier, Narr..., die Frau als Mutter, Jungfrau, Priesterin, Teufel, Hexe...) Beide Modelle sind der Versuch, eine Gemeinsamkeit zu beschreiben, die unsichtbar ist und doch für das Leben und Überleben einer Spezies notwendig ist. Der Bauplan, den die Gene liefern, muß irgendwo geschrieben und aktualisiert werden. Hierbei könnte man sagen, dass das Betriebssystem, aus den grundlegenden Eigenschaften einer Art oder Spezies, wie soziale Organisation, Instinkten und bestimmte Verhaltensweisen besteht. Dieses wäre mit einem kollektiven Unterbewußtsein beschreibbar . Da es sich um ein dynamisches System handelt, deren Inputs und Outputs (siehe das Lernen der Ratten, welches örtlich und zeitlich unabhängig wirksam ist..) zusammenhängen, würden Aktualisierung und Dynamik eher den Aspekt eines morphogenetischen Feldes ausmachen. Beide Beschreibungen sind nur der Versuch, bestimmte Aspekte einer nicht messbaren, unsichtbaren Existenz zu formulieren. Diese Theorien sind nun Versuche der westlichen Wissenschaft etwas zu beschreiben, was in Stammeskulturen die Welt der Geister, der Ahnen usw. heißt. Es gibt immer auch eine Welt hinter der sichtbaren Welt. Oft wird die Sichtbare Welt nur als Ausdruck einer unsichtbaren gesehen. Alle Kulturen haben Mythen über die Entstehung der Welt und der Menschen, den Zweck des Daseins und den Weg, den ein lebendes Bewußtsein nach dem Tod gehen wird. Doch was ist denn nun der Unterschied zwischen der Stammeskultur mit seiner Geisterwelt und unserer modernen technisierten Welt des konsumorientierten Materialismus. Ein Unterschied liegt in der Behandlung der Endlichkeit des Lebens in den beiden Kulturen.
3.Der Kontakt zur Nichtexistenz in den Kulturen Die vorher vorgestellten Modelle der morphogenetischen Felder und des kollektiven Unterbewußten, sowie die Welten der Geister und Ahnen animistischer oder religiöser Kulturen, werden im Folgenden mit Nichtexistenz zusammenfassend bezeichnet, d.h. nicht sinnlich wahrnehmbar oder meßbar. Der Begriff enthält alle möglichen Modelle einer angenommenen unsichtbaren Welt. Nichtwahrnehmbares gilt (gemeinhin) als nichtexistent. Da jedoch eine Nichtwahrnehmbarkeit noch keine Abwesenheit von Existenz bedeutet, denn letztlich läßt sich alles als Schwingung beschreiben, die nicht sichtbar aber vorhanden ist, beschreibt der Begriff Nichtexistenz ebenfalls alle Phänomene, die nicht mittels sinnlicher Wahrnehmung oder technischer Messung erkannt werden können. Das bedeutet jedoch nicht eine tatsächliche Abwesenheit von Existenz, sondern sozusagen eine nicht-wahrnehmbare Existenz - die Nichtexistenz.
3.1. Die Welten der Stämme In der Welt der Stämme herrscht ein reger Austausch mit dieser Nichtexistenz. Unerklärliche und gefahrvolle Dinge wie das Wetter oder Naturkatastrophen, werden mit Modellen beschrieben, die fiktive Mythen sind und die Erklärungen liefern. Diese Erklärungen ziehen auch bestimmte magische Praktiken nach sich, die in der Welt der Stämme auch funktionieren (Regenzauber, die Wetterbeeinflussung der Hopi). Diese Kulturen gehen von einer Fortdauer der Existenz nach dem Tod aus. Es gibt immer die Welt der Ahnen und oft die Vorstellung von Wiedergeburt. Sehr häufig denkt man, die Kinder seien die zurückgekehrten Ahnen (Malidoma. Die Kraft des Rituals. Kreuzlingen, 2000) Die Zentrale Figur in diesen Gesellschaften ist der Medizinmann oder Schamane. Er ist das Verbindungsglied zwischen der Welt der Ahnen, Geister, des Universums oder was auch immer. Die Schamanen organisieren in diesen Gesellschaften die Kontakte zur Nichtexistenz. Sie praktizieren Heilungen und geben Voraussagen aus, sind die Führer bei Initiationsriten. Oft werden bei Ritualen Ausflüge des ganzen Stammes, oder zumindest mehrerer Personen in die Nichtexistenz unternommen. Hier sind die Pilz - und Peyotezeremonien der mittel- und südamerikanischen Ureinwohner ein Beispiel. Auf jeden Fall sind alle Mitglieder der Gesellschaft von Kindheit an mit eigenen Erfahrungen ausgestattet, davon überzeugt, dass es eine Welt der Ahnen, Götter oder Geister gibt. Jene Welt ist der Ursprung dieser der realen Welt und der Ort, an den die Seele nach dem Tod wieder zurückkehrt. Das wesentliche Merkmal, auf das es in diesem Zusammenhang ankommt, ist der Kontakt mit dieser mythologischen Ebene. Es findet ein permanenter Austausch mit dieser unsichtbaren Welt statt. Die Welten sind nicht getrennt.
3.2.Die Welt der Hochreligionen Neben diesen Stammeskulturen, die immer in Einklang mit ihrer Umgebung leben, und deren Lebensweise sich ausschließlich auf die natürlichen Gegebenheiten ausrichtet, existieren auf diesem Planeten zur gleichen Zeit Kulturen, die sich mittels Selbstorganisation und Technik von den natürlichen Einschränkungen unabhängig gemacht haben und ein anderes Weltbild entwickelt haben. Diese Kulturen entwickelten sich aus Stammeskulturen. Es entwickelt sich die Welt der Religionen. In diesen religiösen Weltbildern wird eine andere, meist bessere Welt angenommen, in der man nach dem Tod weiter existiert. Die Vorstellungen dieser Welten basieren weitgehend auf der Vorstellung der realen Welt, nur ohne deren Mängel (Unsterblichkeit, Nahrung und Sex für alle Zeit..) . Es ist jedoch eine pure Behauptung der Priesterschaft, dass dem so sei. Der Priester übernimmt die Stellung des Schamanen. Er ist jetzt die Schnittstelle zwischen Existenz und Nichtexistenz. Das Leben nicht mehr mit den Geistern und Ahnen organisiert. Die eigene Wahrnehmung von Geistern und Dingen aus der Nichtexistenz, wie bei jedem Initiationsritus üblich, ist nicht mehr erwünscht. Menschen die Erscheinungen haben oder dergleichen werden mit Inquisition verfolgt. Man bezeichnet die Wahrnehmung von etwas aus der unsichtbaren Welt als teuflisch. So änderte sich langsam das Bewußtsein von der gelebten Überzeugung hin zu einem ängstlichen Glauben, oder einer Hoffnung an die Nichtexistenz. Diese Manipulation wurde durchgeführt, um Menschen besser kontrollieren und sie für ökonomische Zwecke benutzen zu können. Warum und wann das nun genau geschah, kann hier nicht Thema sein. Es geht nur um den Fakt der Einführung/Entwicklung des Glaubens. Der in einer hierarchisch organisierten religiösen Welt lebende Mensch, glaubt eher als das er weiß. Er ist ängstlicher, weil seine Vorstellung vom Tod und dem, was danach kommt, auf Glauben und nicht auf Gewißheit beruht. Die Welten sind getrennt.
3.3. Die moderne Welt Durch den Gebrauch des religiösen Weltbildes und der damit verbundenen Unzufriedenheit, kam es irgendwann als die Glaubenssätze der Kirchen die technische Entwicklung zu behindern begannen, zur Aufklärung. Descartes "Meditationen" waren der Auftakt zur Abschaffung des blinden Glaubens. Nun fragte man nach einem Beweis für das Vorhandensein einer Nichtexistenz, wie sie von der Kirche behauptet wurde. Wo wohnt Gott, wie soll man ihn beweisen? Mit Darwin wurde die letzte Phase eingeleitet, an deren Ende man glaubte, die gesamte Existenz sei eine zufällig entstandene Kombination von Molekülen, die Bewußtsein hervorbringen können, wenn eine bestimmte Konstellation und Notwendigkeit besteht. Zerfallen diese molekularen Verbindungen wieder, verlöscht das daraus bestehende Bewußtsein vollständig und unwiderruflich. In diesem Weltbild gibt es keine Nichtexistenz, sondern nur die vollständige Abwesenheit von Existenz. Dieser Glaubenssatz heißt Materialismus. Der Mensch, der mit diesem Glaubenssatz leben muß, hat keine Vorstellung vom Tod. Der Tod erscheint als das unausweichliche Ende aller Existenz. Man hat die Täuschung der Priester erkannt und sich von deren Vorstellung befreit, die nur vorhanden war, um durch Angst Gehorsam zu erzwingen. Nun ist jedoch an die Stelle des Himmels oder der Hölle ein schwarzes Nichts getreten. Diese Entwicklung ist ein psychisches Trauma in einem Massenschicksal einer Gruppe von Menschen. Es gibt nur die sichtbare Welt, die anscheinend zufällig entstanden ist und deren Sinn zu erkennen man nicht die Möglichkeit hat.
4. Das Trauma und seine Verarbeitung Ein Trauma ist ein sehr einprägsames Geschehen oder eine Verwundung körperlicher oder seelischer Art, wobei letztlich jede Verletzung seelische Auswirkungen hat. Der Mensch verarbeitet Traumas auch in seinem Unterbewußtsein. In Träumen tauchen die Motive des Traumas auf und werden symbolisch verarbeitet. Ein Trauma muß in das Vorhandene integriert werden. Wird ein Arm gebrochen, so integriert der Körper dieses Trauma durch Verarbeitung (Heilungsprozeß), bis der Körper auch trotz des Traumas wieder funktioniert. Der Arm hat dann zwar eine Narbe und ist nicht richtig zusammengewachsen, der Körper als ganzes hat den Armbruch jedoch integriert und der Mensch kann weiterleben wie bisher. Dieser Vorgang findet auch auf psychischer Ebene statt und zwar bewußt und unbewußt. In dem Beispiel mit dem Arm könnte der Mensch vom Trauma des Bruches wiederholt träumen, um diesen physischen Vorgang auch psychisch zu verarbeiten. Eine wesentliche Technik des Bewußtseins, Traumas zu integrieren ist der symbolische Ausdruck des Erlebten. Dabei wird das Traumatisierende mittels Ausleben und Identifikation gebannt. In der ethnologischen Forschung konnte gezeigt werden, dass dies bei vielen Völkern zu beobachten ist. "Über einem abgelegenen Stammesgebiet erscheint eines Tages ein Flugzeug, kreist eine Weile, um dann wieder zu verschwinden; schon das kann traumatisieren, so dass nach einiger Zeit ein Flugzeugkult entsteht, bei dem der eine oder andere die Rolle des Flugzeugs auf sich nimmt. Lienhardt berichtet von einem Dinka(afrikanischer Stamm), der einmal in Khartoum war, daß er eines seiner Kinder Khartum nannte, um das Trauma zu bannen. Jean Rouch hat einen westafrikanischen Kult gefilmt, bei dem einer in der Rolle eines Polizisten auftrat, ein anderer in der einer Lokomotive, ein dritter in der der Frau des Gouverneurs usw.; jeder Teilnehmer war von dem Geist eines fremdartigen Dings besessen." (Fritz Kramer (Hg.), Bikini oder die Bombardierung der Engel, Frankfurt 1983) Wie man hier sehen kann, werden Phänomen die (sachlich) unerklärlich sind, wie auch Ereignisse, die einen traumatisierenden Einfluß auf die Psyche haben, mittels symbolischer Identifikation dieser Dinge oder Ereignisse mit der eigenen Person oder anderen Dingen (Fetisch), integriert. Auch das Erschaffen von Dingen als Symbol für etwas anderes ist allen Menschen gemein ( Totempfähle, Kirchen, religiöse Kultgegenstände). Diese Symbolismen sind auch an Gebrauchsgegenständen sichtbar und haben eine unmittelbare Wechselwirkung mit dem Unterbewußtsein (z.B. heißt das Kleidungsstück Bikini so, weil sich auf dem Bikini-Atoll in der Südsee das amerikanische Atombombenversuchsgelände für Unterwasseratombombenversuche befand. Darauf bezog sich der Begriff Bikini, wenn man von heißer Mode sprach. Heutzutage ist der Begriff von seiner Entstehung scheinbar völlig gelöst. Dies soll nur ein Beispiel für die symbolische und unbewußte Darstellung von psychischen Ereignissen oder Dingen sein.
4.1. Das Trauma der technischen Welt Wie vorhin behauptet, besteht ein Trauma in der abendländischen Kultur, dessen Grund der Verlust des Glaubens ist. Der Glauben ist wiederum ein Produkt des Verlustes von Wissen. Glauben fängt da an, wo das Wissen aufhört. Wo die tatsächlich empfundene Verbindung zu der Nichtexistenz aufhört beginnt der Glauben, der in religiösen Gesellschaften den Menschen die Welt und ihr Dasein erklärt. Auf dieser Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung müßte man eigentlich ein Forcieren der technischen Entwicklung beobachten können, da jetzt eine symbolisch-technische Verarbeitung des Traumas des Nichtwissens entstehen müßte. Die Menschen versuchen mittels Technik die Kontrolle über eine ihnen unverständliche Welt zu erlangen. Dieses Unverständnis resultiert aus dem Verlust des Wissens, das aus der Nichtexistenz bezogen wurde und das ausreichende Erklärungen für die Phänomene der realen Welt bot. Und ist es nicht tatsächlich so, dass die ersten Hochkulturen von einer Priesterkaste geführt wurden? Ist der technische Fortschritt vielleicht die versuchte Integration der Erkenntnis etwas oder jemandem (z.B. der Natur) völlig hilflos ausgeliefert zu sein ? Im ersten Augenblick könnte man einwenden, dass es sich doch um ein durchsichtiges Manöver der Menschen handelt, die an der Macht sind, und die die anderen Menschen über den Glauben zu ihren eigenen Zwecken manipulieren. Das ist einerseits richtig, andererseits besteht die Herrschaft der Führer auf der gemeinsamen Anerkennung der Herrschaft durch alle Mitglieder der Gesellschaft. Die Beherrschten akzeptieren das Beherrscht werden und der Herrscher akzeptiert das Herrschen. Insofern liegt hier ein der Spezies Mensch eigenes Muster vor, das der Akzeptanz oder besser der Existenz von Macht. Diese Macht beruht nicht wie im Tierreich auf körperlicher Stärke, sondern auf dem Verwalten von Wissen auf. Wie es zu dieser Macht kommt soll nicht Thema sein, es ist jedoch festzuhalten, dass sie der Motor für die Entwicklung hin zum materialistischen Weltbild ist, da sie das Grundmotiv für die Entwicklung von Staaten und Hierarchien bildet, die wiederum Werkzeuge der Verwaltung der ökonomischen Verhältnisse (Machtverhältnisse) darstellen. Wenn also in den Gesellschaften, in denen geglaubt wird, die Nichtexistenz immerhin als Wunschtraum besteht, den man von den Priestern angeboten bekommt und deren angenommenen Vorzüge wie Unsterblichkeit und ewiges Glück man nach erfolgreichem Gehorsam im irdischen Dasein genießen kann, so besteht diese Illusion in der materialistischen Gesellschaft nicht mehr. Hier kann auf Grund der Erkenntnis, dass dem Glauben kein Wert anhaftet, da Dinge wie die Nichtexistenz oder Gott nicht nachzuweisen oder anzuwenden sind, dieser Glauben keinen Bestand haben und die Vorstellungen von einer Nichtexistenz verschwinden und werden zu Aberglauben. In diesem Augenblick findet sich der Mensch in einem isolierten, den Sinn nicht kennenden, endlichen Zustand. Das Leid, das mit dem Überlebenskampf einher geht, wird zur anstrengenden, sinnlosen Tortur. Einem Kind, das in einer Stammesgesellschaft mit permanentem Kontakt zu einer in der Realität der Menschen existierenden Nichtexistenz lebt, wird auf die Frage, was es mit dem Tod auf sich hat, eine Antwort gegeben (..du kommst aus der Welt der Ahnen und gehst dorthin zurück...). Diese Ansicht wird bei den Mitgliedern solcher Gesellschaften im Laufe der Zeit durch Rituale, Initiationsriten und eigene anschauliche Erfahrung zur Gewißheit. Diese Gesellschaften drücken in ihren Ritualen die Verbundenheit mit der Nichtexistenz aus und verarbeiten darin Geschehnisse, die in der Verbindung der Welten passieren (Regenzauber, Verhexungen, Opfer..). Es gibt wenig Fortschritt oder technische Entwicklung, da diese nicht notwendig erscheinen, sondern die Angelegenheiten des Tages mit Hilfe der Ahnen oder Götter (Nichtexistenz) gelöst werden. Ein Kind, das in religiösen Gesellschaften aufwächst, wird auf die Frage nach dem Tod auch auf eine Welt jenseits der wahrnehmbaren Realität verwiesen. Allerdings hat diese Welt nun nicht mehr viel mit der materiell vorhandenen zu tun, sondern ist eher Ursache und Bestrafungsinstanz für das hier existente Leben. Über Angst, alles richtig zu machen, um nicht in eine Hölle zu kommen, werden die Menschen manipuliert, um eine bestimmte Machtstruktur (Monarchie, Leibeigentum...) zu erhalten. Das einzige Mittel mit den Göttern Kontakt aufzunehmen und in irgendeiner Weise Unterstützung im irdischen Dasein zu erhalten ist das Beten. Der Kontakt zur Nichtexistenz ist von der Priesterschaft sanktioniert. Eigene Erfahrungen mit einer Nichtexistenz werden als Hexerei und Teufelswerk verdammt. Man muß glauben und darf nicht überprüfen und eigene Erfahrungen darf es nicht geben. Der Mensch dieser Gesellschaften ist verunsichert, abergläubisch und ängstlich. Fragt ein Kind in einer modernen westlichen Gesellschaft seine Eltern nach dem Tod, so bekommt es meistens gar keine Antwort, vielleicht erschrickt die Mutter sogar, nach dem Motto: Kind was stellst du denn für Fragen.... Die Eltern der westlichen Gesellschaft haben auf diese Fragen keine Antwort, da sie es einfach nicht wissen. Also sagt man dem Kind, dass kein Mensch wissen kann, was nach dem Tod passiert, ob es eine Seele gibt usw. Auf der anderen Seite kann man dem Kind natürlich auch vom Himmel erzählen, oder es auf die Vielzahl der religiösen Theorien und Philosophien verweisen. Diese Tatsache des Nichtwissens, wird nun meiner Meinung nach zum Trauma der Erkenntnis der Endlichkeit. In Stammeskulturen und auch in den Welten der Hochreligionen hört der Mensch nicht auf zu existieren nach seinem körperlichen Tod, sondern wird, so jedenfalls die Theorie, in anderer Form weiterexistieren. Durch den Verlust des Kontaktes zu einer nicht-materiellen Welt ist der moderne Mensch erst einmal dazu gezwungen, nur die nachweisbare, messbare Welt als vorhanden anzunehmen. In dieser Welt zerfällt der Körper nach einer Zeit, stirbt und verwest. Da Geist oder Seele nicht sichtbar ist, kann man so eine Existenz nicht nachweisen. Der Tod erscheint als das unwiderrufliche Ende. Also versucht der Mensch mehr über die Natur der Dinge zu lernen, um sich als endlicher Körper verstehen zu können. Gleichzeitig fängt er an dieses Trauma symbolisch durch Rituale und Dinge (technische Entwicklung) auszudrücken. Das Trauma der scheinbaren Isolation und des Nichtverbundenseins mit der Welt ( in den westlichen Gesellschaften gibt es keine wirkliche Gemeinschaft, die einem Geborgenheit gibt..) drückt sich in Versuchen aus, solch eine Verbindung zu simulieren. Dieser Versuch kann bewußt ablaufen, aber auf jeden Fall auch unbewußt, da die vorhandenen Daten, die in der Medizin und der Psychologie gesammelt wurden ein Unterbewußtsein, zumindest auf der persönlichen Ebene, beweisen. Solch ein symbolischer Ausdruck ist die Erfindung des Computers (Symbol des Einzelbewußtseins) wie auch die Entwicklung des Internets (Symbol für ein kollektives, nichtexistentes Gruppenbewußtsein). Ein sehr schönes Beispiel für die symbolische Verarbeitung von etwas, was dem Menschen passiert, ist die Erschaffung virtueller Welten (Computerspiele). Hier werden mehre Dinge behandelt von denen eben die Rede war.
4.2. Virtuelle Welten und Computerspiele als Ausdruck des Traumas der Endlichkeit Das Computerspiel stellt den symbolischen Ausdruck einer menschlichen Erfahrung dar. In den Spielen werden mehrere Dinge ausgedrückt, die das Trauma der Endlichkeit zum Thema haben. 1.) der Mensch hat keine Kontrolle über die Welt, in der er lebt (Umwelt). Der Tod kann jeden Augenblicklich eintreten. Alle Sicherheit ist simuliert und jede scheinbare Kontrolle der Umstände geht von einer angenommenen Kontinuität der Gegebenheiten aus. Jenseits dieser Annahme besteht jedoch keine wirkliche Kontrolle/Sicherheit. Die Natur zum Beispiel ist von dem Menschen nicht zu kontrollieren, auch wenn die moderne Gesellschaft so tut. Das Bild der Natur ist ein vorläufiges und unvollständiges auf Experimenten basierendes, das sich ständig ändert (durch neue Erkenntnisse). Schon der Versuch der Kontrolle ist ein Symbol für die Erfahrung des Ausgeliefertseins und ein Versuch damit umzugehen. Zwar funktionieren die technischen Entwicklungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und die Vorhersagen werden genauer, es bleibt aber immer die Möglichkeit einer unvorhersehbaren Katastrophe. Das weiß man und so gibt es immer auch phantasierte Welten auf hohem technischen Niveau, die einfach untergehen (Science Fiction). Im Spiel und in anderen virtuellen Computerwelten wird nun dieser Kontrollverlust symbolisch durch die totale Kontrolle der simulierten Welt verarbeitet. In der Welt des Computerspiels ist die Unvorhersehbarkeit abgeschafft. Der Programmierer hat die absolute Kontrolle über die erschaffene Welt. Die Komplexität dieser erschaffenen Welt wird begrenzt durch den Verstand und die Möglichkeiten des Programmierers. Der Kontrollverlust in der realen Welt wird symbolisch durch die Kontrolle der simulierten Welt ausgeglichen und integriert. 2.) der Mensch muß sterben. Im Computerspiel wird diese Sterblichkeit abgeschafft. Man hat viele Leben, die man verbrauchen kann ohne aus dem Spiel zu fliegen. Ist die Anzahl von simulierten Toden, die als Maximum eingestellt ist, erreicht, muß man das Spiel von vorn beginnen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit einer Zwischenspeicherung oder spezieller Zusatzfunktionen (Cheats), die es einem ermöglicht auf dem einmal erreichten Level weiter zu spielen. Unterm Strich kommt heraus, dass die Fehler, die man in dem Spiel macht, nicht zum Tod des Spielers führen, sondern die Spielfigur ständig wiederbelebt werden kann und die Erfahrung des Spiels vollständig gemacht werden kann. Die Endlichkeit der eigenen Persönlichkeit als Mensch in der realen Welt wird mit der unsterblichen Spielfigur bearbeitet und symbolisch integriert, bzw. wird dieser Versuch unternommen. Ein weiterer Aspekt ist der Versuch, die Welten der Spiele so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Die technischen Entwicklungen machen eine immer perfektere Simulation der realen Welt möglich. Die Richtung, in die diese Entwicklung geht, kann man an Filmen wie "Thron" und "Der Rasenmähermann" sehen. Hier befinden sich die Spieler mit ihrem gesamten Körper in der simulierten Welt. Das zeigt, dass der größte Kick darin besteht, diese simulierte Welt nicht mehr von der realen Welt unterscheiden zu können, bzw. die simulierte Welt als reale zu verstehen. Das wird jeder Spiel-Freak bestätigen. Als Idee überspitzt formuliert könnte man sagen, dass sich der Spieler, der die Welt des Spiels als reale ansieht und vergißt, dass er eigentlich vor einem Computer sitzt und gar nicht sterben kann, wenn ihn im Verlauf des Spiels jemand tötet, in der selben Situation befindet bzw. die Situation symbolisch ausdrückt, in der sich der reale Mensch in Bezug auf eine angenommene Seele (menschliches morphogenetisches Feld oder kollektives Unterbewußtsein...) in der realen Welt befindet. Er drückt sein Dilemma aus, indem er es nachspielt (siehe das Beispiel mit dem Flugzeugkult oben) .
5. Das Internet als simuliertes Unterbewußtsein Welche Funktionen erfüllt nun das Internet als Symbol des Unterbewußtseins? Zuerst stellt das Internet und auch schon der Computer ein erweitertes Gedächtnis, eine Enzyklopädie des Wissens dar, das die Menschheit im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat. Durch den Zugriff auf dieses Wissen kann man das schon Erkannte nutzten, und ist dadurch schneller in der Lage Ideen umzusetzen oder Probleme zu lösen (siehe dazu das Beispiel der Ratten die Labyrinthe schneller überwinden konnten, die ihre Vorfahren schon einmal gelöst hatten, Kap2.1.). Das wurde im ersten Teil des Referats besprochen. Weiterhin schafft das Internet eine Verbindung mit anderen Menschen, die interaktiv ist. Bei den Medien, die vorher entstanden, wie z.B. das Fernsehen, ist der Mensch nur Konsument oder Macher. Beim Fernsehen bekommt man Informationen oder Geschichten erzählt. Die einzige Interaktion ist die Teilnahme oder Nichtteilnahme am Programm. Beim Telefonieren hat man zwar die Möglichkeit zu interagieren, doch ist diese Kommunikation auf Sprache beschränkt. Auch kann man nur mit Menschen kommunizieren, die man kennt, bzw. deren Interessen oder Funktionen einem bekannt sind. Das Internet bietet weit mehr. Hier kann man sich auf virtuellen Plattformen themenspezifisch und vorübergehend mit Menschen austauschen, die man gar nicht kennt. Das kann, wie beim Chatten, in Echtzeit geschehen. Diese Kommunikation ist örtlich nicht gebunden und erlaubt einen Informationsfluss, der vorher nicht denkbar gewesen ist. Die Begrenzung der Kommunikationsmöglichkeiten durch den Körper werden aufgehoben (Nichtörtlichkeit, persönliche Kommunikation mit Unbekannten). Insofern ermöglicht das Internet auch eine Verbindung mit Menschen, die gleiche Interessen haben, selbst wenn in der Umgebung, in der man lebt, niemand ist, der ähnliche Interessen verfolgt. Das ist ein Zugewinn an Freiheit, hat man doch die Möglichkeit der Bestätigung durch andere unmittelbar durch direkte Kommunikation im Netz. Das ist wie die Erschaffung eines künstlichen morphogenetischen Feldes. Jede Information zu jedem Thema ist auf diesen virtuellen Plattformen abzurufen bzw. man kann über sie kommunizieren. Das gilt für alle Ebenen, auch emotionale und körperliche ( Beratung, Sex und Sportseiten). Durch die ständige Verfügbarkeit aller möglichen Realitäten/Interessen im Netz hat man die Option, sich mit diesen Realitäten auseinanderzusetzen, so sie einen interessieren. Das kann ebenfalls zu einer Vermehrung des Wissens führen. Diese Art der Kommunikation erfolgt durch ein Medium, das materiell ist. Das Internet ist demnach auch ein symbolischer Ausdruck für die Verbindung von Geist und Materie. Ist doch das Internet oder auch der Computer nur eine Ansammlung von Schaltkreisen, wenn diese materiellen Geräte niemand benutzt und ihnen damit eine Funktion zuweist, die geistiger Natur ist (Kommunikation). Dadurch drückt sich ebenfalls das Vorhandensein einer unsichtbaren Existenz (des Geistes) aus, die sich wiederum in materiellen Erscheinungen ausdrückt bzw. Materie benutzt um sich auszudrücken. Betrachtet man sich diese Gedanken, kann man als Idee in den Raum stellen, dass das menschliche Bewußtsein ein vorhandenes, jedoch mit materiellen Geräten nicht nachweisbares, Gruppenbewußtsein ausdrückt. Die Art und Beschaffenheit dieses Bewußtseins ist nicht bekannt. Der symbolische Ausdruck dieser Existenz geschieht durch das Internet über die von Einzelbewußtseinen hervorgebrachten Ideen und Entwicklungen, die in Zusammenarbeit dieser Einzelbewußtseine umgesetzt werden. Ende 6. Diagramm
7. Literatur - Grof, Stanislav. Topografie des Unbewußten. Stuttgart, 1983 - Kramer, Fritz (Hg.). Bikini oder die Bombardierung der Engel. Frankfurt 1983 - Leary, Timothy. Totenbuch. Berlin, 1998 - Lilliy, John C. Das tiefe Selbst. Basel, 1988 - Somé, Malidoma, Patrice. Die Kraft des Rituals. Kreuzlingen, 2000 - Wilson, Robert Anton. Die neue Inquisition: irrationaler Rationalismus und die Zitadelle der Wissenschaft. Frankfurt am Main, 1992 - Winkler, Hartmut. Docuverse: Zur Medientheorie der Computer. München, 1997 |